Die Studie »Der Mensch in der Transformation« des Forschungs- und Innovationszentrums für Transformation und Governance rückt einen bislang oft zu wenig beachteten Erfolgsfaktor in den Mittelpunkt: den Menschen. Die Forschenden zeigen, dass Transformation nicht allein von Strukturen und Technologien abhängt, sondern insbesondere von persönlichen Ressourcen, Einstellungen und den Rahmenbedingungen im Unternehmen. Die Studie entstand im Rahmen der Fraunhofer Heilbronn Forschungs- und Innovationszentren HNFIZ und untersucht erstmals systematisch, welche individuellen Voraussetzungen erfolgreiche Transformation ermöglichen. Dazu wertete das Forschungsteam wissenschaftliche Publikationen aus drei Jahrzehnten aus und verdichtete 528 identifizierte Einzelfaktoren zu 31 Faktoren in sechs Clustern individueller Transformationsfähigkeit.
Viele Fähigkeiten lassen sich gezielt entwickeln
Zu den gezielt stärkbaren Faktoren gehören beispielsweise Resilienz, Optimismus, Lernbereitschaft oder die Fähigkeit, auch in unsicheren Situationen handlungsfähig zu bleiben. Ebenso wichtig sind Vertrauen, Mitgestaltungsmöglichkeiten und eine offene Kommunikation innerhalb der Organisation.
»Transformation scheitert nicht an der Strategie oder an der Technologie, sondern daran, dass Menschen mit Unsicherheit, neuen Rollen und ständig wechselnden Anforderungen umgehen müssen. Unsere Studie zeigt, welche Rahmenbedingungen sie dabei unterstützen und wie Organisationen diese gezielt fördern können«, sagt Katharina Hochfeld, die das Forschungs- und Innovationszentrum für Transformation und Governance co-leitet.
Drei Handlungsfelder für Unternehmen
Aus den Ergebnissen leiten die Forschenden drei zentrale Handlungsfelder ab:
- Veränderungsfähigkeit messbar machen: Unternehmen sollten wissen, wo ihre Mitarbeitenden bereits gut für Wandel aufgestellt sind – und wo Unterstützung nötig ist.
- Zukunftskompetenzen gezielt stärken: Fähigkeiten wie Resilienz, Lernbereitschaft und der Umgang mit Unsicherheit lassen sich durch Trainings, Coaching und praktische Lernangebote entwickeln.
- Ein Umfeld schaffen, das Wandel ermöglicht: Vertrauen, psychologische Sicherheit und eine offene Fehlerkultur sind entscheidende Voraussetzungen dafür, dass Menschen Veränderungen aktiv mittragen.
Transformation als gemeinsame Gestaltungsaufgabe
Die Studie richtet sich an Führungskräfte, Personalentwicklerinnen und Personalentwickler sowie HR-Verantwortliche. Sie liefert einen wissenschaftlich fundierten Orientierungsrahmen, um individuelle Transformationsfähigkeit besser zu verstehen und gezielt zu fördern. Das Fazit der Forschenden: Die entscheidende Frage lautet nicht nur, ob Unternehmen die richtigen Mitarbeitenden für die Transformation haben. Ebenso wichtig ist, ob sie die Bedingungen schaffen, unter denen Menschen ihr Potenzial für die Transformation entfalten können.