Die Simulation von Quantensystemen zählt zu den aussichtsreichsten Anwendungen von Quantencomputern, da sie Probleme adressiert, die für klassische Rechner nur mit sehr hohem Aufwand oder gar nicht lösbar sind. Das internationale Symposium »Fault-Tolerant Quantum Computing for Natural Sciences FTQC4NSc« (6.–8. Juli 2026, experimenta Heilbronn) stellte gezielt die Verbindung zwischen aktuellen wissenschaftlichen Durchbrüchen und konkreten Anwendungsperspektiven in den Mittelpunkt.
Quantenvorteil nur durch Co-Entwicklung möglich
Das Symposium FTQC4NSc stand unter einer klaren Prämisse: Der Quantenvorteil gegenüber klassischen Methoden lässt sich weder durch algorithmische Raffinesse allein noch durch isolierte Hardware-Fortschritte erreichen. Er erfordert die Co-Entwicklung von beidem: effiziente, anwendungsorientierte Quantenalgorithmen müssen Hand in Hand mit fehlertoleranten, fehlerkorrigierten Maschinen entwickelt werden. Maschinen, die diese Algorithmen auch tatsächlich ausführen können. Besonders die Materialwissenschaften und die Quantenchemie stehen dabei im Mittelpunkt dieser Entwicklung – denn hier treten stark korrelierte Probleme auf, die klassische Rechenverfahren an ihre Grenzen bringen, und hier könnte das disruptive Potenzial der Quantensimulation ganze Branchen verändern.
Von fehlertoleranten Quantenalgorithmen bis Materialwissenschaften
Die Symposium FTQC4NSc ist bewusst um drei miteinander verflochtene Themenbereiche aufgebaut: fehlertolerante Quantenalgorithmen, Quantenfehlerkorrektur und Quantensimulation für Naturwissenschaften. Statt Silodenken stand interdisziplinärer Austausch im Mittelpunkt und die Themen wurden in einem gemeinsamen Programm vereint: Dabei wurde Expertise zusammengebracht, die sonst selten an einem Ort zusammenkommt: aus Fehlerkorrektur, Algorithmenentwicklung, Hardware-Architektur und Computerchemie – aus Wissenschaft ebenso wie aus der Industrie. An drei Tagen berichteten herausragende Gastredner von führenden Universitäten, internationalen Forschungszentren und aus dem Quantencomputing den aktuellen Stand des Feldes- und wo seine Grenzen sowie noch Herausforderungen liegen.
Heilbronn im Zentrum internationaler Quantenforschung
Mit dem FTQC4NSc-Symposium wird Heilbronn einmal mehr zum Treffpunkt der internationalen Forschungseinrichtungen. Veranstaltet von flaQship gemeinsam mit CASUS und der Hochschule Heilbronn, bringt die Konferenz führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die an den Grundlagen fehlertoleranter Quantencomputer und ihren Anwendungen in den Naturwissenschaften arbeiten. Die Veranstaltung ist Teil der Heilbronner Symposiumsreihe des Forschungs- und Innovationszentrums für Angewandte Quanten-KI im Rahmen der Fraunhofer HNFIZ. Ziel ist es, den wissenschaftlichen Austausch zu fördern, internationale Kooperationen auszubauen und die Sichtbarkeit Baden-Württembergs als führenden Standort für Quantentechnologien weiter zu stärken.